Künstlerporträt Benjamin Tiberius Adler

Aktuell hat sich der Künstler Benjamin Tiberius beim Kunstverein Nordhorn beworben. Der Kunstverein Nordhorn e.V. bietet seinen Bewerbern die Möglichkeit, sich auf dieser Internetseite vorzustellen.

Biografie in Kurzform:

2014 bis 2019 Master of Arts im Studiengang Bildende Kunst – Künstlerische Konzeptionen (Universität Marburg) abgeschlossen mit Durchschnittsnote 1,4

Diplom-Studium im Studiengang Freie Kunst (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) bei Thomas Virnich und Norbert Bisky

Seit April 2020 Studium der Freien Kunst (Hochschule für Bildende Künste – Städelschule) bei Tobias Rehberger

Ausstellungen:

Juli 2014 Gruppenausstellung „Sommertagstraum“ im „Trauma“, Marburg

Oktober 2014 Gruppenausstellung im Vereinslokal des Vereins zur Förderung interkultureller Kommunikation e. V. Marburg

Juni 2015 Gruppenausstellung „Neues, Anderes und der Himmel hält“ im Kunstmuseum Marburg

Januar 2016 Zwei-Personen-Ausstellung „gefärbt“, Alte Kupferschmiede, Gießen,

Juni 2016 Gruppenausstellung „Wohin denn“, Masterateliers der Philipps-Universität Marburg

Dezember 2016 Gruppenausstellung „Wintersalon“, Schwalbe 54 – Raum für Kunst, Frankfurt am Main

Februar 2017 Einzelausstellung „Welcome tot he carnival“, Rotkehlchen im Waggonhalle Kulturzentrum, Marburg

April 2017 Einzelausstellung „Step into my world, Schwalbe 54 – Raum für Kunst, Frankfurt am Main

Dezember 2017 Gruppenausstellung „Wintersalon“, Schwalbe 54 – Raum für Kunst, Frankfurt am Main

Ebenfalls Dezember 2017 Gruppenausstellung „Turba“, Apartment, Hannover

August 2019 Kunstverein Die Halle, Braunschweig

September 2019 Zwei-Personen-Ausstellung, Zinnober 22, Atelier von Hopffgarten, Hannover

August bis Oktober 2020 Gruppenausstellung „Kunst in Marburg“, Kunstverein Marburg

Selbstvorstellung (bearbeitet von Stine Hollmann M.A.): „Seit meiner Kindheit bin ich durch den Stoffladen meiner Mutter und Oma von Textilien umgeben. Nachdem ich über 10 Jahre hauptsächlich gemalt und Malerei im Master bildende Kunst studiert habe, ist mir klar geworden, dass ich mit den Stoffen quasi malen kann. Sie sind bereits gefärbt und haben zudem teils Muster. Es erscheint mir oftmals nicht mehr erforderlich Farbe mit einem Pinsel aufzutragen, wenn ich bereits eingefärbtes Material stattdessen verwenden kann. Die Malerei und das Bespannen von Leinwänden spielen wichtige Rollen in meinen Stoffbildern.

Ähnlich dem Keilrahmen sind meine Stoffe auf Holz gespannt, allerdings ist das Holz nicht versteckt, sondern auf ehrliche Weise sichtbar, da es nichts zu verheimlichen gibt. Meine Rahmen haben sich vom einfachen Viereck entfernt, weil das Viereck die blödeste Form überhaupt ist. Ein stumpfsinniger Konsens der weder der sich immer schneller wandelenden Welt gerecht werden kann, noch formal mir irgendeinen Reiz bietet, mich auszuprobieren und selbst zu erfahren.

In meiner Kunst spiegelt sich primär meine formalistische Sicht der Welt und der Kunst wider. Ich begreife die Welt, in dem ich Dinge vor allem sehr gründlich und intensiv betrachte, und nicht, indem ich über einen versteckten Sinn und Zweck spekuliere. So sind meine Arbeiten in erster Linie Stoffgemälde in Holzrahmen.

Am liebsten verwende ich gefundene Materialien wie Holz vom Sperrmüll und Altkleider, die mich nichts gekostet haben. Ich selbst trage gerne meine Kleidung über sehr viele Jahre. Über die Jahre entwickele ich enge Beziehungen zu meinen Sachen und Dingen, die mich begleiten. Mich kostenloser Sachen für meine Zwecke zu bedienen reizt mich ständig. Gleichzeitig sehe ich die Verwendung dieser sehr haptischen, realen und plastischen Materialien als meine Gegenposition zur ständig voranschreitenden Digitalisierung und Entmaterialisierung.

Das Aufbrechen des Tafelbildes, das Spiel der Illusion mit dem Rahmen und dem Rand des Bildes wurde in der Renaissance in verschiedenen Formen der „Trompel’oeil-Malerei“ betrieben. Damals ging es vor allem um die Illusion von Räumlichkeit und Dreidimensionalität. Der Niedergang des klassischen Bild- und Ausstellungsformates, der in der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Surrealisten, Dadaisten und Konstruktivsten auf verschiedene künstlerische Weise ausformuliert wurde, nährte auch nach dem Zweiten Weltkrieg verschiedene künstlerische Richtungen. In vielfacher Form wurde in den 1960er Jahren ein Desillusionismus in der bildenden Kunst aus-gestellt, der nichts verhüllen wollte und als dessen formalistischer Grundsatz „What you see is what you see“ gelten kann. Dies meint eine künstlerische Sprache in der Form, Farbe und Materialien, die sich vermeintlich psychologisierenden, expressiven und symbolhaften Rezeptionsansätzen entzieht. Mit dem Abgesang einer Motivwelt, welche einer irgendwie gearteten sozialistischen Politik zuspiele könnte, entzog man sich zunächst im Westen einer Instrumentalisierung vonseiten der politischen Machthaber.

An diesem Punkt setzt der Künstler Benjamin Tiberius Adler an und beginnt mit einer formal entlarvenden Desillusion, womit er an künstlerischen Frage-stellungen der 1960er Jahre anknüpft. Zwischen Bildhauerei und Malerei er-findet Adler einen desillusionierenden, körperlichen Anti-Formalismus, der die Konstruktion von Welt immer wieder hervorhebt. Die Offenlegung des Materials (Transparenz) und der dilettantisch zusammengeschraubten Holz-Konstruktionen (Sichtbarkeit der Schrauben) lassen keine Fragen nach deren Gemacht Sein offen, noch scheinen sie als Verweise bestimmter symbolische Bedeutungsebene zu funktionieren. Adler schafft skulpturale Rahmen und stoffliche Körper, die einem formalistischen Interesse entspringen, in dem es vordergründig um Farbe, Form und Materialität geht.“

In diesem Spiel alltäglicher, teilweise recycelter Materialien und offener Formate, deren Bildcharakter in einer konzeptuellen Übersetzung von Bild, Rahmen und Konstruktion liegt, geht Benjamin Tiberius Adler allerdings mit seiner phantasievollen Imagination über alleinige formalästhetische Fragestellungen hinaus. Denn was zunächst sperrig, stabil und abstrakt konstruiert daherkommt, zeigt sich zum Teil auf den zweiten Blick als eine Auseinandersetzung mit dem nicht gesunden Körper oder als persönlicher Blick auf heterosexuelle Körper und deren im Mainstreamporno verhandelten Sexualität und Erotik. Diese Körper werden meist mit Stoffen ausformuliert, mal wulstig, mal flächig. Mal werden ganze Körper aus brokatähnlichen Stoffen geformt, mal nur Details malerisch übersetzt. Stoffe, hauptsächlich alte genutzte Kleidung, werden bei Benjamin Tiberius Adler einerseits zu Körpern, andererseits auch zu Haut, zu Sichtschutz und am Ende auch wieder zu einer Alternative der rein malerisch bearbeiteten Leinwand. Zwischen all diesen Aspekten entwickeln seine Kunstwerke aus Holz, Keramik, Leinwand, Stoffen, Kleidungsresten und Kunststoff ein irritierendes, provozierendes Rezeptionsspiel, sowohl formal als auch inhaltlich.

Rita Becker: Leidenschaft für die Kunst in schwierigen Zeiten

Fasziniert hört man zu, wenn unser Vereinsmitglied Rita Becker von ihren künstlerischen Anfängen berichtet. Es war in der Nachkriegszeit. Sie lebte mit ihrer Familie in einer zum Teil ausgebombten Wohnung, als sie dort eine mit dicken Brettern vernagelte Flügeltür sah. Um diese aufzuhübschen, nahm sie glücklicherweise noch vorhandene Schulkreide in die Hand und bemalte sie mit einem Motiv von Paul Gagauin, zwei sitzenden Mädchen aus Tahiti.

Schon als Kind hatte sie sich für die Kunst der damaligen Moderne interessiert. Entdeckt hatte sie die Motive der Künstler, die sich in der Nachfolge des Impressionismus befanden, im Bücherbestand ihres Vaters, der seinen Unterhalt unter anderem als Auftragsmaler verdiente. Als sie etwa zehn Jahre alt war, durfte sie die Ölfarbreste von alten und vollgeklecksten Malpaletten ihres Vaters für eigene Werke verwenden. Noch heute besitzt sie Bilder aus dieser Zeit.

Das erste Geschenk für ihren vor verstorbenen Mann Karl war ein Bild nach einem Motiv von Pablo Picasso. Von einer schwarz-blauen Briefmarke malte sie den Kopf der „Sylvette“ ab. Sie setzte die Farben, wie sie ihr gefielen. Später, in einer Ausstellung über Picasso sah sie das Bild, das aus Picassos „Blauer Periode“ stammte. Sie freute sich, dass sie sich, abgesehen von der Farbwahl, bei der Wiedergabe des Motivs kaum vergriffen hatte.

In Berlin kam Rita Becker 1986 zufällig in den Malkurs von Lothar Böhme, Mitglied der Berliner Schule. Im Otto Nagel-Haus, in dem Lothar Böhme Kurse für Autodidakten gab, lernte sie den freien Umgang mit Farben. 1994 besuchte sie in Burgliebenau bei Merseburg einen Kurs von Hans Bothe, einem vielseitigen Maler mit kräftigem Pinselstrich, großformatigen Motiven und farbfreudiger Wiedergabe derselben.

Bei Versteigerungen ihrer Bilder in einer großen Messehalle in Leipzig und im Intercontinental in Berlin erzielte sie für ihre Bilder gute Preise.

Auch im Alter von über 80 Jahren malt Rita Becker immer noch. In Nordhorn wurden ihre Bilder in der Alten Weberei und im Kloster Frenswegen im Rahmen einer Gruppenausstellung der Mitglieder des Kunstvereins Nordhorn e.V.

Andreas Meistermann

Kunstverein Nordhorn e.V.

Dieser Artikel soll der Auftakt zu der Reihe Künstler im Kunstverein Nordhorn e.V. sein.

Kunstverein aktiv – trotz Corona

Liebe Vereinsmitglieder,

  1. Corona

da Corona ja die normalen Aktivitäten eines Kunstvereins wie Ausstellungen und monatliche Treffen bis auf Weiteres nicht zulässt, haben wir uns vom Vorstand überlegt, was man alternativ machen könnte. Da wir jetzt in der Lage sind, unsere Internetseite mit eigenen Inhalten selbst zu gestalten, besteht die Möglichkeit, dass vor allem unsere künstlerisch tätigen Mitglieder sich dort darstellen können. Erste Idee dazu ist eine Schilderung, wie jeder mit dem Thema Corona umgegangen ist, wie jeder es erlebt hat, welche Gedanken gekommen sind. Wer daran Interesse hat kann sich gern an folgende Adresse wenden: a.meistermann@gmx.net. Erbeten ist die Zusendung eines Textes plus Porträtfoto.

2. Aktuelle Kunstprojekte vorstellen

Des Weiteren besteht für die Mitglieder die Möglichkeit, aktuelle Kunstprojekte vorzustellen, ebenfalls mit Text und Foto. Wer weitere Ideen hat, wie der Kunstverein Aktionen anbieten kann, vielleicht auch online, kann sich ebenfalls melden. Adresse wie oben.

3. Neuer Internetauftritt des Kunstvereins Nordhorn e.V. im Aufbau

Kunstverein Nordhorn e.V. (kunstvereinzunordhorn.wordpress.com)

Nicht mehr gepflegt wird die Seite Kunstverein Nordhorn e.V. de.

Schaut gerne mal auf unsere aktuelle Seite. Erste Inhalte sind enthalten.

Wir freuen uns auf eure Beiträge.

Bei Fragen bitte an die oben genannte Adresse wenden.

Roger Harazim

Roger nutzt den Computer als künstlerisches Ausdrucksmittel. Das hat nach seinen Aussagen den großen Vorteil, Ideen schnell ung unmittelbar umzusetzen. Auch die Vielfalt der technischen Möglichkeiten des Computersfaszinieren ihn. Er ist Mitglied im Kunstverein Nordhorn e.V.

Manz Türmchen, ehemals Nino.

St. Augustinus Nordhorn.

Kloster Frenswegen, Nordhorn.

Kunstverein Nordhorn e.V.

An die Mitglieder:

Die neuesten Corona Entwicklungen beenden das Kunstjahr 2020 endgültig!

Ein Weihnachtsessen findet 2020 leider nicht mehr statt.

Aber, wir hoffen auf das Jahr 2021!

Gerne wollen wir die im Mai 2020 ausgefallene Ausstellung mit dem Künstler Malte Sonnenfeld im Jahre 2021 nachholen, sobald die Corona Einschränkungen zurückgenommen worden sind.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Ausstellung:

Der in den1960er Jahren geborene Malte Sonnenfeld ist ein Künstler, der in seinem Werk stark von den populären Medien seiner Generation geprägt ist, Comic-Helden, Bilder historischer Persönlichkeiten, Film-Stills, Abbildungen alter Kunstwerke, Fragmente von Zeitungsfotos, Aufkleber und Sammelbilder sind das Material, aus dem der Künstler schöpft.

Freut euch mit uns auf weitere Aktivitäten in 2021!

Gerald Nierste

Andreas Meistermann

Uschi Hotfilter