Erinnerung: Fragen nach dem Ursprung des Lebens 2018

Kunstverein Nordhorn zeigte Bilder von Michael Rickert im Kloster Frenswegen

Michael Rickert Licht ist Blau Foto Privat

NORDHORN Eine große Anziehungskraft üben die wuchtigen Bilder des Münsteraner Künstlers Michael Rickert auf den Betrachter aus. „Sie strotzen sowohl vor inhaltlicher Aussagekraft als auch von einem faszinierenden und höchst eigenen Gestaltungswillen, bei der die Farben und die Verwendung unterschiedlicher Materialien eine große Rolle spielen“, teilt der Nordhorner Kunstverein mit, der gemeinsam mit der Stiftung Kloster Frenswegen als Kooperationspartner unter dem Titel „Innen und Außen sind gleich“ eine umfangreiche Auswahl aus dem Werk Rickerts zeigt. Die Eröffnung war
am Freitag, 14. September, 2018 19.30 Uhr, im Kloster Frenswegen.

Weitere Gemälde waren ab Freitag, 21. September, um 16.30 Uhr im Immobilienbüro Von Poll, Georg Pauling, an der Bentheimer Straße 9 in
Nordhorn zu sehen.


Die Veranstalter sind sicher: „Die Ausstellungsbesucher, die zum ersten Mal einen Blick auf das Werk des Künstlers Michael Rickert werfen, werden von der Art der Farbauftragung fasziniert sein.“ Bis zu 30 Schichten liegen übereinander: „Aufgetragen in einem ebenso mühevollen wie zeitaufwendigen
Prozess. Der Künstler arbeitet mit Ölfarbe, wie es aus der klassischen Malerei bekannt ist. Verwendung finden aber auch Acryl und Binderfarbe. „Die Wirkung
ist verblüffend. Der Betrachter erlebt eine unvergleichliche Farbtiefe“, heißt
es weiter.
Dr. Jörg Bockow schreibt in einem Text zu einer Ausstellung Rickerts: „Die Dreidimensionalität des Farbauftrages korrespondiert je nach Lichteinfall mit einem geheimnisvollen Schimmer und seidigen Glanz, der einen ganz ähnlich wie bei dem Edelstein Tigerauge in einen anderen Raum blicken lässt.“
Eine der hervorstechenden Farben ist Blau. Blau steht für Tiefe, wie sie einem am Meeresgrund begegnet, aber auch am Himmel. Blau erscheint ebenfalls das Weltall, der Kosmos, die Unendlichkeit. Formen und Strukturen sind bizarre Landschaften voller Schluchten, Abgründe und Krater. An diesen Strukturen
wie auch an der Verwendung bestimmter Farben entzünden sich mannigfaltige Bedeutungsebenen. Einen großen Einfluss auf das Werk Rickerts übt die katholische Religion aus, „aber nicht im Sinne einer doktrinär bestimmten
Ehrfurcht, sondern vielmehr im Sinne einer Suche nach Antworten auf die großen Fragen nach dem Ursprung allen Lebens, nach der Existenz Gottes und dem immer noch ungelösten philosophischen Problem, das der Tod für die Lebenden ist“.
Bockow beschreibt das künstlerische Streben Rickerts mit folgenden Worten:
„Noch nie Dagewesenes will er aufdecken, so als wolle er für einen Moment den Schleier über die Wirklichkeit lüften, um einen raschen Blick ins Reich der Metaphysik zu werfen. Er wird angetrieben von seiner Sehnsucht, die
Welt zu durchdringen, so als misstraue er als gläubiger Christ der Hoffnung auf ein Jenseits im Himmel.“

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