Hinrich van Hülsen

Künstler aus Osnabrück

Hinrich van Hülsen (2016)

Bild Wolfgang Wessling

About | Hinrich van Hülsen

  • Seit 1984 in zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland vertreten. (u. a. in Moskau, Anger, Pau, Rotterdam, Enschede, Potsdam, Berlin, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Osnabrück, Nordhorn).
  • In Nordhorn stellte er zwei mal im Kunstverein Nordhorn e.V. aus und war als Mitglied an der Mitgliederausstellung im Kunstverein Nordhron 2019 beteiligt.

Ausstellung im Kunstverein Nordhorn e.V. 2016

Das Deckblatt des schönen Kataloges.

Nach einer längeren Pause präsentiert der Kunstverein-Nordhorn e.V. wieder eine
Ausstellung, vom 28. Oktober bis 9. Dezember 2016:
Hinrich van Hülsen • Die Suche geht weiter – Skurreale Welten
Die Ausstellung knüpft künstlerisch und thematisch an die letzte Ausstellung von
Hinrich van Hülsen im Jahre 2011 im Kunstverein-Nordhorn e.V. an. Der Titel der Ausstellung
verrät es bereits: Es gibt skurrealistische Welten zu entdecken.
Hinrich van Hülsen verbindet Aspekte des Realismus und des Surrealismus mit skurrilem
Humor. In seinen Arbeiten stehen die Themen Mensch, Tier und Natur im Mittelpunkt.
Diese Themen werden in immer neue, überraschende Beziehungen gestellt.
Die Realisierung dieser Ausstellung wäre nicht ohne die Unterstützung von Mitgliedern
und Förderern möglich gewesen.
Ein besonderer Dank gilt VON POLL IMMOBILIEN und Georg Pauling, die ihre Räuml
ichkeiten für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt haben.
Diese Ausstellung ist der Start für weitere Ausstellungen am gleichen Ort.
Der Katalog ist die erste Veröffentlichung zu einer Einzelausstellung des Kunstvereins-
Nordhorn e.V.
Redaktion: Andreas Meistermann Gerald Nierste
Vorsitzender Kunstverein-Nordhorn e.V.

Erinnerung

Kunstverein Nordhorn e.V. in Zeiten von Corona

Nordhorn, 10.11.2020

Kunstverein Nordhorn e.V. in Zeiten von Corona

Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona Pandemie und der neuesten niedersächsischen Verordnung zur Eindämmung des Corona –Virus vom 30 Oktober 2020 sieht sich der Kunstverein Nordhorn e.V. nicht in der Lage, die geplante und satzungsgemäß vorgesehene Mitgliederversammlung 2020 durchzuführen.

Der Vorstand hat beschlossen: Wir verlegen die Mitgliederversammlung, ursprünglich geplant am 18.11.2020 in der Alten Weberei, auf den ersten möglichen Termin im Jahre 2021. Der Grund sind die Kontaktbeschränkungen, sonstige Auflagen und Betriebsverbote. Für den Publikumsverkehr geschlossen sind insbesondere Kulturzentren, wie die Alte Weberei. Nachdem zwischendurch wieder Mut für weitere Aktivitäten geschöpft wurde und Vereinstreffen durchgeführt wurden, hat der November-Lockdown alle Hoffnungen auf Aktivitäten zunichte gemacht. Da heißt es wohl „Kopf hoch und tapfer bleiben.“

Offen bleibt, ob wir dieses Jahr im Dezember ein Weihnachtsessen durchführen können. Wenn Corona ein Weihnachtsessen zulässt, teilen wir diese Information den Mitgliedern umgehend per E-Mail mit. Angesichts der noch bevorstehenden Lockdown-Tage bleibt nur noch der Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ und folgende Weisheit: „Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu verändern, die ich verändern kann, und schenke mir die Einsicht, die Dinge zu ertragen, die ich nicht verändern kann.“

Wir wünschen allen Gesundheit!

Liebe Grüße vom Vorstand des Kunstvereins Nordhorn e.V.

Ursula Hotfilter
Andreas Meistermann
Gerald Nierste

Michael Rickert – Innen und Außen sind gleich

Erinnerung:

Erster Ausstellungsort
Stiftung Kloster Frenswegen
Klosterstrasse 9
48527 Nordhorn
Ausstellungseröffnung am Freitag, 14. September 2018 um 19.30 Uhr
Eröffnung: Pof. Dr. Traugott Roser, Fakultät für Evangelische Theologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Zur Eröffnung spielen Musikerinnen und Musiker der Internationalen Sommerakademi für Kammermusik Niedersachsen e.V.
Öffnungszeiten: Werktags 10.00 bis 16.00 Uhr, Sa und So 10.00 bis 14.00 Uhr

Zweiter Ausstellungsort 
Von Poll Immobilien
Bentheimer Str 9
48529 Nordhorn
Ausstellungseröffnung am Freitag 21. September 2018 um 16:30 Uhr
Einführung: Dr. Jörg Bockow, Journalist
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.30 bis 12.30 Uhr und 14.00 bis 18.00uhr

Die Ausstellungen enden am 23. Oktober 2018

Diese Ausstellung war ein Höhepunkt unserer Vereinstätigkeit. Wir freuen uns im Jahre 2020 trotz corona auf die nächsten Ausstellungen – wenn die Pandemie vorbei sein wird ………

Von einem der auszog, das Moor zu malen

Ausstellung im Kunstverein Grafschaft Bentheim

Jan Pötter (*1988) hat sich den Sommer über einer „ästhetischen Herausforderung“ gewidmet. Dazu hat sich der Künstler auf das Fahrrad geschwungen und seine Heimat, die Grafschaft Bentheim und das Emsland“, neu erkundet. In Tagebucheinträgen und Zeichnungen hat der in Nordhorn geborene Künstler seine Eindrücke festgehalten, um sie schließlich in die Malerei zu überführen. Jan Pötter lebt und arbeitet heute in Leipzig.

Jan Pötter ist bereits zum zweiten Mal Gast des Kunstvereins Grafschaft Bentheim im „Atelier auf Zeit“. Bereits im Jahr 2015 hat der Künstler sich mit seiner Heimat in Form von Gedichten des Lyrikers Karl Sauvagerd beschäftigt. Die Verbindung von Schrift und Bild, damals in Gestalt von Aquarellen mit integrierten Gedichtzeilen, führt Pötter heute völlig anders weiter. Das plattdeutsche Schriftgut von Sauvagerd hat den Gastkünstler inspiriert, sich auf die Spurensuche in die Natur zu begeben. Dabei dient ihm die Literatur diesmal als Ausgangspunkt, seine eigenen Beobachtungen zur Grafschaft und dem Emsland in Schrift und Bild festzuhalten. Neben den Malereien, die erst im Anschluss an die Naturbeobachtungen entstehen, hat der Künstler jeden Tag gezeichnet und Tagebuch geschrieben. Bewusst spielt der Künstler in diesem Prozess seiner Auseinandersetzung mit der Figur des Landschaftsmalers. Zeitweise geht Pötter in seiner Zeichen- und Malsprache einer vermeintlich verloren gegangenen Unschuld nach, indem er romantische Landschaftsmotive reproduziert. In seinen Gemälden kombiniert der Künstler seine in der Stadt gereifte Bildsprache mit den gewonnenen Erfahrungen eines „naiven“ Landschaftsmalers. Entstanden ist eine fantastische Blickwelt, die genauso von einer Sehnsucht nach dem Bild einer romantischen Natur und einordbaren Charakteren auf dem Lande erzählt wie von Abgründen, die parallel heute und gestern existieren – wie der Umweltverschmutzung, der Weltflucht, der Verklärung oder der Einöde.

Seit dem 1. August arbeitet Jan Pötter als Gast des Kunstvereins Grafschaft Bentheim im „Atelier auf Zeit“. Der aktuelle Stipendiat der Emsländischen Landschaft hat den Juni und Juli 2020 auf Gut Altenkamp in Aschendorf verbracht.

Die Ausstellung mit Jan Pötter, die noch bis zum 25. Oktober zu sehen ist, hat zu folgenden Zeiten geöffnet: Donnerstag von 15 bis 20 Uhr, Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Der Autor Andreas Meistermann in einem der Meisterhäuser in Dessau.

Mitgliederausstellung 2019

Mitglieder stellen aus
Kunstverein Nordhorn stellt Werke von 13 Künstlern mit unterschiedlichen
Techniken und Inhalten im Kloster Frenswegen vor

Die neue Ausstellung des Kunstvereins Nordhorn wird am Freitag, 10. Mai, 19 Uhr, in den Räumlichkeiten des Klosters Frenswegen eröffnet. Sie endet am 30. Mai.
Erstmals in seiner Geschichte zeigt der Kunstverein Nordhorn eine
Mitgliederausstellung. Insgesamt werden im Kreuzgang des Klosters
circa 36 Werke von 13 verschiedenen Künstlern zu sehen sein. Vertreten
sind Thea Becker, Gerda Fidder, Christiana Fietze, Roger Harazim,
Ham Hayman, Karl-Heinz Hecke, Gerd Hotfilter (+), Hinrich van Hülsen, Martin Liening, Miho Nicoloff, Gerald Nierste, Leni Winkelmann
und Regine Wolff.
Mit dieser Ausstellung möchte der Verein seine regionale Verbundenheit
und die Vielfalt des kreativen Schaffens seiner Mitglieder zum Ausdruck bringen. Die Bandbreite der ausgestellten Werke erstreckt sich von technisch anspruchsvoller Tropfenfotografie über den Kupferstich und die Federzeichnung bis hin zum klassischen Ölbild.
Die Künstler unterscheiden sich aber auch in ihren Themen. Landschaften
finden sich ebenso wie regionale städtische Motive, Seestücke, Porträts und Tiere.
Mit der Werkschau seiner Mitglieder setzt der Kunstverein Nordhorn
seine Ausstellungsreihe im Kloster Frenswegen fort, die 2017 mit „Die Fremde“ begonnen hatte.
Gezeigt wurden Bilder der Künstler Robert Meyer und Andreas Gorke, die sich mit dem Themenfeld Flucht und Vertreibung auseinandersetzten.
Es folgte im vergangenen Jahr Michael Rickert aus Münster mit dem verstörenden Ausstellungstitel „Innen und außen sind gleich.“ Sein
Werk ist stark von der katholischen Religion geprägt, aber nicht im Sinne
einer doktrinär bestimmten Ehrfurcht, sondern vielmehr im Sinne
einer Suche nach Antworten auf die großen Fragen nach dem Ursprung
allen Lebens, nach der Existenz Gottes und dem immer noch ungelösten
philosophischen Problem, das der Tod für die Lebenden ist.
Eine Einführung in die Ausstellung der Mitglieder erfolgt am Eröffnungstag
durch Gerald Nierste, erster Vorsitzender des Kunstvereins Nordhorn. Ein Grußwort von Seiten des Klosters Frenswegen hält Pastor Reiner Rohloff, evangelisch-reformierter Moderator. Der musikalische Rahmen wird von Arno Heilgenberg und Jörn Fillinger gestaltet.
In Verbindung mit der Ausstellung erscheint ein Katalog.
Das Kloster Frenswegen ist zu
folgenden Zeiten geöffnet: Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, Samstag
und Sonntag von 10 bis 14 Uhr.

Der Künstler Malte Sonnenfeld

Eines der ersten, wenn nicht sogar das erste Bild, das ich von Malte Sonnenfeld sah, hieß „Christian wurde klar, dass er Zeitgeschichte war“ und erinnerte auf verstörende Weise an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Es zeigt ein Porträt des RAF-Terroristen Christian Klar, das Symbol der RAF mit dem roten Stern und der Kalaschnikow im Hintergrund und den Schriftzug Bravo Posterboy an der Seite. Gemalt ist es in Anlehnung an Stilelemente der Popart. Was zunächst wie schrille Provokation wirkt, stellt sich bei genauerer Betrachtung als etwas ganz Anderes heraus.

Es geht darum, wie eine Generation, die wie Malte Sonnenfeld in den 1960er Jahre geboren wurde, und in den 1970er und 1980er Jahren ihre Sozialisation als Teenager und Heranwachsender erlebte, von Bildern aus allen möglichen Medien geprägt wird. Politik trifft auf Unterhaltung, Jugendkultur auf Werbung, und nichts davon wird sofort in Kategorien gesteckt und danach bewertet, ob es oberflächlich, bedeutend oder einfach nur banal ist, ob es falsch oder richtig ist, moralisch oder unmoralisch. Der Bilderfluss ist einfach da. Sortiert wird er später.

Wie Dr. Axel Weinberger, ehemaliger Kustos an verschiedenen Museen, Lektor und Grafik-Designer, in einem Beitrag über Malte Sonnenfeld schreibt, schafft dieser „einen Bildatlas des visuellen Repertoires einer ganzen Generation. Comic-Helden, Bilder historischer Persönlichkeiten, Film-Stills, Abbildungen alter Kunstwerke, Fragmente von Zeitungsfotos, Aufkleber und Sammelbilder sind das Material, aus dem der Künstler schöpft.“ Malte Sonnenfeld schafft ikonografische Bilder der Bundesrepublik, von denen das Motiv mit Christian Klar nur ein Beispiel von vielen ist. Auch Autobahnen, die Ohrfeige von Beate Klarsfeld an Kurt-Georg Kissinger, Comics wie Fix & Foxi oder die Warenwelt der westlichen Überflussgesellschaft spielen eine wichtige Rolle im Werk des im beschaulichen Unkel lebenden Künstlers.

Cornabedingt: geplant 2021.

Kunstverein Nordhorn auf Tour – Gemeentemuseum Den Haag

Ein Besuch im Gemeentemuseum Den Haag
Von der Haager Schule bis zu Piet Mondriaan

Recht bescheiden klingt der Name „Gemeentemuseum“ im Allgemeinen. Der erste Eindruck, der sich vermutlich bei den meisten einstellen wird, ist der eines eher kleinen Museums, dass regionale Geschichte zum Inhalt hat, vielleicht auch nur die Geschichte einer Stadt oder einer kleinen Gemeinde. Etwas anders sieht es beim Gemeentemuseum Den Haag aus. Die Sammlung des 1935 gebauten Museums umfasst die Bildende Kunst des 19. Und 20. Jahrhunderts, zahlreiche kunsthandwerkliche Gegenstände wie Keramik, Silber und Mobiliar sowie eine Modegalerie mit einer Sammlung von über 40.000 historischen und zeitgenössischen Kleidungsstücken, Accessoires und Schmuckgegenständen.

Im Bereich Kunst sind vor allem die Haager Schule und die Künstler um Piet Mondriaan und die Künstlergruppe De Stijl stark vertreten. Angesichts der Fülle der Exponate empfiehlt sich beim Besuch des Museums, das auch durch seine besondere Architektur besticht, die Beschränkung auf ausgewählte Bereiche.

Für die beiden Vertreter des Kunstvereins Nordhorn waren es die oben Genannten, die ihr Interesse weckte. Ein zentraler Grund war, dass sich bei den genannten Künstlergruppen sehr deutlich der Übergang in die Moderne feststellen lässt. Zeitgleich mit den Impressionisten machen sich die Vertreter der Haager Schule auf den Weg in die Natur, raus aus den Malateliers, die viele Künstler, die auf der Suche nach dem Neuen waren, als verstaubt und steril empfanden.

Die Motive, für die sie sich interessierten, waren Landschaften, insbesondere die niederländische Polderlandschaft, das Vieh auf den Wiesen, der Alltag der Menschen und das Hausinterieur der vielfach in Armut lebenden Bauern und Fischer. Für diese oft schlichten Motive, fanden sie einen besonderen Zugang, der durch Intimität und Poesie geprägt war.

Auch eine nicht allen bekannte Seite von Piet Mondriaan lässt sich im Gemeentemuseum entdecken. Zahlreiche Bilder von ihm dokumentieren die große Wandlung dieses Künstlers. Mondrian begann um 1900 im impressionistischen Stil der Haager Schule zu malen. Ab etwa 1908 arbeitete er unter dem Einfluss von Vincent van Gogh und des Fauvismus. Nach seiner Übersiedlung 1911 nach Paris wandte er sich unter dem Einfluss von Georges Braque und  Pablo Picasso dem Kubismus zu. Ab den 1920er Jahren schuf Mondrian die bekannten streng geometrischen Gemälde, die dem Neoplastizismus zugerechnet werden. Ihre charakteristische Struktur aus einem schwarzen Raster, verbunden mit rechteckigen Flächen in den Grundfarben, führt bis in die Gegenwart zur Aufnahme in Kunst, Architektur, Mode, Werbung und Populärkultur. Als  Kunsttheoretiker und Mitbegründer der Künstlervereinigung  De Stijl schrieb Mondrian unter anderem die Schrift Le Néo-Plasticisme. Die im Exil in New York ab 1940 neu entstandenen Werke lockerte er mosaikartig in die Primärfarben auf und überwand auf diese Weise die früheren strengen Kompositionen zugunsten der neuen musikalischen Rhythmisierung des Motivs.

Insbesondere auch wegen des 100-jährigen Bestehens des Bauhauses in Deutschland lohnt sich ein Blick auf die Werke der Künstlergruppe „De Stijl“. Sowohl die Künstler des Bauhauses als auch die der Künstlergruppe De Stijl haben viele Gemeinsamkeiten.

Beide wollen nach dem Schrecken des Ersten Weltkrieges eine neue Welt schaffen. Sie soll ganz anders aussehen, als es die Altvorderen vorgemacht haben. Im Bereich der Bildsprache wird auf Abstraktion gesetzt. Sie setzt sich bei „De Stijl“ aus horizontalen und vertikalen Linien mit Vierecken in den Farben Rot, Gelb und Blau zusammen. Auch in der Architektur sowie Möbeln und Design werden diese Elemente aufgenommen. Die Künstler von „De Stijl“ wollen Kunst erschaffen, die dynamisch und zugleich lebendig und fröhlich ist, wie die Zukunft selbst. Trotz politisch unruhiger Zeiten und lang anhaltenden Wirtschaftskrisen dominiert bei dieser Künstlergruppe ein optimistisches und idealistisches Lebensgefühl. Sie stehen mitten im modernen Leben. Nicht umsonst beschäftigen sie sich auch mit der Einrichtung von Tanzsälen, mit Reklame und Mode.

Das Besondere dieser Künstlergruppe ist die Erarbeitung von Aufträgen in enger Zusammenarbeit. Das Ergebnis sind Produkte, die nicht über die Massenproduktion für den Massenkonsum vervielfältigt werden  müssen, sondern besondere Produkte, die spezielle Lösungen für spezielle Probleme liefern, und das mit einem kreativen Hintergrund.

Andreas Meistermann
PR-Journalist

Engagement für die Kunst

Kunstverein Nordhorn e.V bietet Raum für Künstler

Es war in den 80er Jahren, als Gerald Nierste und Wolfgang Weßling, zwei damalige Studenten, den Entschluss fassten, irgendwann in der Zukunft ein neues Forum für Kunst in ihrer Heimatstadt Nordhorn zu schaffen. Grund dieser Idee war die Versagung einer gemeinsamen Ausstellung in Nordhorn. Die damals bestehenden Institutionen waren in fester Hand und sind es heute noch. Während die Städtische Galerie sich auf die Fahne geschrieben hatte, fast ausschließlich Positionen der Gegenwartskunst zu zeigen, und sich dabei an den neuesten Trends zu orientieren, beschränkte sich das Atelier Sägemühle, ein Verbund regionaler Künstler, darauf, überwiegend nur die von ihren Mitgliedern geschaffenen Werke zu präsentieren. Auch die Veranstaltungsreihe Kunst im Foyer schien für  Gerald Nierste und Wolfgang Weßling keine Alternative zu sein. Hier wurden und werden vorwiegend auswärtige oder schon ältere regionale Künstler gezeigt.

Bevor Gerald Nierste und Wolfgang Weßling, der eine Zeichner, der andere Fotograf ihre Idee in die Tat umsetzen konnten, sollten aber noch einige Jahre ins Land gehen. Nach Abschluss vom Studium und beruflicher Findung zogen beide schließlich nach Nordhorn zurück.

Nach kleinen Anfängen mit einer Internetseite startete der Kunstverein Nordhorn e.V. 2009 mit der Ausstellung „Bärilyn & Co.“ in den Räumlichkeiten der damaligen Anwaltskanzlei Weßling & Kambach an der Alfred-Mozer-Straße richtig durch. Der Meppener Künstler Johannes Cordes zeigte seine spektakulären Gummibärchenbilder mit Motiven aus den Klassikern der Kunstgeschichte.

In den neuen Räumlichkeiten der Anwaltskanzlei Weßling & Kambach an der Sandstiege 12 in Nordhorn wurde die Ausstellungsreihe des Kunstvereins Nordhorn fortgesetzt. Mit Erfolg. Die Räumlichkeiten waren oft bis an den Rand gefüllt. Mit den gezeigten Werken bot der Kunstverein eine Vielfalt an Stilen, Formen und Materialien, und machte deutlich, wie reichhaltig die Kulturszene des Raumes Euregio ist. Schnell erarbeitete sich der Kunstverein Nordhorn einen guten Ruf, was dazu führte, dass Künstler aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus dem Ausland sich mit ihren Werken für eine Ausstellung bewarben. Einer der Höhepunkte in diesem Zusammenhang war die Ausstellung mit Werken des Düsseldorfer Künstlers Bernhard Kucken, der auch als Professor an der renommierten Kunsthochschule der nordrhein-westfälischen Hauptstadt tätig ist.

Deutliche Veränderungen und einen weiteren Schub für den Verein gab es  im Jahre 2016. Gerald Nierste wurde als dauernder Stellvertreter nun erster Vorsitzender. Tätigkeit gab Wolfgang Weßling den Vorsitz an Gerald Nierste ab, und auch die Räumlichkeiten wechselten. Einerseits zu Georg Pauling vom Von Poll Immobilienbüro mit Sitz an der Bentheimer Straße in Nordhorn, andererseits zum bekannten Kloster Frenswegen, mit dem eine Kooperation eingegangen wurde. Auch an diesen Standorten fanden wieder zahlreiche Ausstellungen statt.

Ein Höhepunkt war die Ausstellung mit Alain Signori, der zu den 50 bedeutendsten Künstlern Frankreichs gehört. Seine farbenfrohen, sinnlichen und von Träumen und Alpträumen bestimmten Bilder erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden vielfach verkauft. Mit Alain Signori verbindet sich noch ein weiteres bedeutendes Ereignis für den Kunstverein Nordhorn: die Einladung des Weltkonzerns BASF zu einer Beteiligung an einer Ausstellung mit Werken Alain Signoris in Schwarzheide/Brandenburg. Der Verein zeichnete sowohl für ein Interview mit dem Künstler als auch für die Laudatio verantwortlich.

Ein weiterer Höhepunkt war die Ausstellung Innen und Außen sind gleich in der Stiftung Kloster Frenswegen. Der Münsteraner Maler Michael Rickert beeindruckte mit großformatigen religiösen und philosophisch geprägten Bildern, die Grundfragen des menschlichen Lebens thematisierten.

Im Mai 2019  folgte ein Ausstellung mit Werken der im Verein vertretenen Künstler. Sie war wieder im Kloster Frenswegen zu sehen. Für dieses Jahr sind noch eine Ausstellung und eine Vortragsveranstaltung zum Thema Expressionismus geplant, für das Frühjahr 2020 eine weitere Ausstellung.

Kunstverein Nordhorn auf Tour – BASF Ausstellung in Brandenburg

Einen guten Ruf in der Kulturszene genießt der Kunstverein Nordhorn. Davon zeugen unter anderem die zum größten  Teil hochkarätigen Bewerbungen der Künstler, die aus ganz Deutschland stammen, und zum Teil sogar darüber hinaus, wie Ausstellungen mit Katharina Acht aus Österreich und Alain Signori aus Frankreich unter Beweis stellen.

Vor Kurzem erhielt der Kunstverein eine Anfrage, die ein weiteres Mal deutlich machte, welchen Stellenwert er hat. Der deutsche Chemie-Konzern BASF bat um Unterstützung bei einer Ausstellung mit Werken von Alain Signori, die in Schwarzheide/Brandenburg stattfinden sollte. Ansprechpartnerin war die Kulturbeauftragte der BASF, Anne Bachmann, die in Erfahrung gebracht hatte, dass der Kunstverein schon einmal mit großem Erfolg eine Ausstellung mit Alain Signori veranstaltet hatte.

Anne Bachmann bat um ein Interview mit dem Künstler, eine Übersetzung des Interviews in die deutsche Sprache und eine Laudatio aus Anlass der Ausstellungseröffnung im Kulturhaus in Schwarzheide.

Nachdem der Aufgabenkatalog – unter anderem mit Unterstützung der Übersetzerin Kerstin Bohlin – abgearbeitet war, machten sich der erste Vorsitzende des Vereins, Gerald Nierste, und der zweite Vorsitzende Andreas Meistermann Ende Januar auf den Weg nach Schwarzheide. Die am Rand des Spreewalds gelegene Stadt Schwarzheide ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte in Brandenburg. Größter Arbeitgeber ist die BASF mit über 1200 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von circa 1,2 Milliarden Euro. Wahrzeichen der Stadt ist ein 36 Meter hoher Wasserturm. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die denkmalgeschützte Luther-Kirche, der Freizeitpark Wandelhof und die Galerie beziehungsweise das Kulturhaus der BASF.

Dort führte nach dem Grußwort von Arne Petersen, Leiter der Abteilung Öffentlichkeit der BASF Schwarzheide, Gerald Nierste in seiner Laudatio in das Werk von Alain Signori ein. Bezug nehmend auf den Titel der Ausstellung, „Kopfkino“, ging Nierste vor circa 180 Besuchern auf die Bedeutung des Kopfes in der Kunstgeschichte ein, der  bei Signori eher einen symbolhaften Charakter habe. Dessen Köpfe in Verbindung mit Körpern, Körperteilen, Tieren und Fabelwesen sind nach den Ausführungen des Laudators der Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Themen wie Traum und Ekstase, Krankheit, Leidenschaft, Sünde und Tod. Mit etwas anderen Worten drückt Alain Signori das Gleiche zu seinen Werken aus, wie er im Gespräch berichtet: „Meine Malerei drückt meine Beziehung zum Menschsein aus, meine Emotionen, meine Wünsche, meine Schmerzen, meine Beziehung zu anderen.“

Der Gastauftritt des Kunstvereins Nordhorn im circa 700 Kilometer entfernten Schwarzheide stieß auch auf Resonanz bei der örtlichen Tageszeitung „Lausitzer Rundschau“. Gleichfalls fand der Kunstverein Erwähnung im in Verbindung mit der Ausstellung entstandenen Katalog. Hier erschien auch das vom Kunstverein geführte Interview mit Alain Signori.